Das Horn als Rassenmerkmal muss bleiben

Wendelin Abgottspon hiess als Präsident der Genossenschaft Staldenried die OZIV-Delegierten in der heimelig hergerichteten Mehrzweckhalle in Staldenried willkommen. Die Genossenschaft zählt 11 Mitglieder und konnte sich erst kürzlich über den Zuwachs durch eine junge Züchterin erfreuen.
Alban Brigger, Gemeinde und Burgerpräsident von Staldenried belegt mit seinem Zahlenvergleich den konstanten Rückgang von Betrieben und Tierbestand aller Gattungen und Rassen. Auch mit der neuen Agrarreform lege es die Schweizerische Agrarpolitik darauf an, die Nebenerwerbslandwirtschaft zu dezimieren. Somit werde absehbar, dass das Wallis bald das Schicksal nicht mehr bewirtschafteter Abstriche mit dem Kanton Tessin teile.

OZIV-Präsident Alexander Schnydrig liess in seinem Präsidentenbericht das Jahr 2011 noch einmal aufleben, angefangen von der erstmals an einem Samstag stattfindenden DV 2011 in Naters bis hin zur Arbeitssitzung mit dem Schweizerischen Ziegenzuchtverband (SZZV) vom vergangenen Dezember. Den Slogan der Schweizerischen Delegiertenversammlung 2011 „Aufbruch ins Zeitalter der Bauern“ beurteilt Schnydrig als mutig, wenn man bedenkt, dass der Herdebuchbestand laufend sinkt. Auch bei den Walliser Schwarzhalsziegen ist ein Rückgang von über 6% zu verzeichnen. Der Präsident freut sich darüber, dass an der 8. Leistungsschau vom November in Visp mit 137 Anmeldungen 30 Tiere mehr als vor zwei Jahren aufgeführt wurden. Leider reichte die Auffuhr der Milchziegen nicht, um auch hier eine Miss-Visp zu küren.
Zur wertvollen Tradition sei die Konferenz der Genossenschaftspräsidenten im November geworden. Sie diene dem gegenseitigen Austausch und dem Vorbereiten der Delegiertenversammlung hervorragend. Bereits zum dritten Mal traf sich im Dezember der Vorstand des Schweizerischen Ziegenzuchtverbandes mit den Vorstandsmitgliedern der einzelnen Kantonalverbände zu einer Arbeits- und Informationssitzung. Deren Inhalt betrifft zu über 90% den Bereich der Milchziegen. Besonderes Interesse weckte bei den Wallisern das Traktandum Rassenstandart. Dass eine Ziege genetisch eine behornte Ziege bleibe, auch wenn die Hörner entfernt worden seien, sehen die Walliser Züchter nicht so. Sie lehnten den Vorschlag des SZZV-Präsidenten enthornte Walliser Schwarzhalsziegen ins Herdenbuch aufzunehmen und an Ausstellungen und Schauen zuzulassen, unmissverständlich ab.

Christian Zufferey, Präsident der Arbeitsgruppe Vermarktung beim SZZV, informierte im Anschluss überbrachte Informationen aus dem Schweizerischen Verband. Seine Auflistung des Herdenbuches ergab, dass die Schwarzhalsziege mit 2379 Herdenbuchtieren den vierten Platz einnimmt. Das Herdenbuch wird mit je über 8000 Ziegen von den Rassen Gemsfarbige Gebirgsziege und Saanen Ziege angeführt. Bei der kantonalen Verteilung steht Bern mit über 8000 Tieren weit vorn, gefolgt von St. Gallen mit knapp 3000 Tieren. Das Wallis verzeichnet 2181 Herdenbuchtiere.
Ein neues Herdebuchprogramm soll den administrativen Aufwand für Ziegenzüchter per 2013 reduzieren. Kernpunkt ist der direkte Internetzugang für Tierhalter und Zuchtbuchführer. Geprüft wird der Meldeweg über die Tierverkehrsdatenbank. Das neue Herdebuch soll im März 2013 gestartet werden.
Zufferey verweist auf die Bemühungen in der Gitzifleischvermarktung über die Internetseite www.schweizer-gitzi.ch, über die drei erfolgreichen Pressekonferenzen im letzten Jahr in verschiedenen Regionen der Schweiz und über die Zusammenarbeit mit Gastronomiebetrieben, über die „cuisine des jeunes“ auch mit jungen Köchen. Wer Gitzifleisch vermarkten will, oder einen Kollegen mit dieser Absicht kennt, sollte sich auf der Webseite schweizer-gitzi.ch unbedingt eintragen.
Weiter berichtet Zufferey von der Absamung der Böcke, welche auch in diesem Jahr gewisse Probleme mit der Gefrierfähigkeit des Samens aufweist. Entrüstet zeigt sich Zufferey über die im Dezember erlassene Vorschrift, dass die Böcke nur noch über eine halbjährige Quarantäne zurück in den Heimbetrieb gebracht werden können.

Die Delegiertenversammlung wählt Armin Andenmatten von Albinen neu als Vertreter der Milchziegen. Er soll als Bindeglied zwischen den Züchtern von Milchziegenrassen und Schwarzhalsziegen funktionieren.

Die Oberwalliser Ziegenzüchter wollen, dass Walliser Schwarzhalsziegen auch künftig prächtige Hörner als Rassenmerkmal tragen. Mit 53 gegen 4 Stimmen haben sich klar gegen die Zulassung von enthornten Ziegen ins Hedebuch und zu Schauen und Zeichnungen ausgesprochen.

Pigmentflecken sollen künftig nicht mehr bestraft werden, sofern die Flecken nicht behaart sind. Die Zahl der vorhandenen Pigmentflecke spielt dabei keine Rolle. Diesen Beschluss fassten die Delegierten mit 31 zu 24 Stimmen.

Höhepunkt im Züchterjahr 2012 wird wiederum der Bockmarkt sein. Er findet am 14. April in Naters statt und ist für alle Böcke schweizweit offen. Die Ortsschauen der Milchziegen sind im Mai geplant. Die übrigen Ortsschauen finden ab September statt. Die Daten sind in der Agenda auf dieser Webseite vermerkt. Die Delegierten beschlossen, dass die Gitzi weiterhin an Ortsschauen aufgeführt werden. Sie sind Publikumsmagnet. Sie sollen wie bis anhin punktiert werden, die Resultate werden aber nicht mehr ins Schauverzeichnis eingetragen. So sollen Irritationen vermieden werden.

Geehrt wurden die Besitzer der nachgeschriebenen Maximumböcke: Eggel Edwin + Kasi, Naters; Schnydrig Urban, Naters; Pfammatter Orlando, Mund; Steiner Fernando + Franz, Rhone; Brantschen Paul, St. Niklaus; Imboden Fernando, St. Niklaus.
Für neue Maximumböcke 6/6/6 geehrt wurden Eggel Edwin + Kasi, Naters (NT135.8953); Gebr. Fux, St. Niklaus (SN127.5548); Steiner Fernando + Franz, Rhone; Schnyder Thomas, Bratsch (NT111.5266).
Für Maximumböcke 5/5/5 ausgezeichnet wurden Schnydrig Edwin + Andrea, St. Niklaus (SN133.6319); Biffiger Anton, St. Niklaus (SN124.1699).
Für Maximumböcke 4/4/4 ausgezeichnet wurden Eggel Edwin + Kasi, Naters (NT140.1508 und NT140.1520); Schnydrig Uly, Mund (MV167.1783); Pfammatter Willy, Mund (NV149.4986), Christig Marcel Naters (NT111.5284), Imseng Andreas, Lötschental (LTL154.1993), Biffiger Anton, St. Niklaus (SN127.5557) sowie Zenklusen Raoul, Mund (MV.163.1551).
Eine besondere Ehrung galt Imboden Fernando von St. Niklaus als Züchter des Mister Naters sowie Imboden Richard und Roger von St. Nikalus als Züchter der Miss Visp.
Ein Dankeschön für 10 Jahre Zuchtbuchführer konnten Christopf Lauber, Zermatt; Armin Schwery, Naters und Werner Schnydrig von Mund entgegen nehmen.

 

Eine ganz besondere Anerkennung und ein grosser Dank gingen an den langjährigen Experten Robert Schmid, Glis.
Eine ganz besondere Anerkennung und ein grosser Dank gingen an den langjährigen Experten Robert Schmid, Glis.

Präsident Schnydrig informierte zum Schluss der DV über die diesjährige Migros-Aktion der Ostergitzi. Insgesamt 210 Tiere können am 27. und 29. März sowie am 2. April aufgeführt werden. Die Auffuhr erfolgt wie in den letzten Jahren.
Am 16. März findet im Landwirtschaftszentrum ein Informationstag zu Anbau und Fütterung von Esparsetten, um die Bekämpfung von Magen-Darm-Parasiten bei Schafen und Ziegen zu verbessern.
Die alle zwie Jahre stattfindende Leistungsschau soll vorläufig im bisherigen Stil weitergeführt werden. Einzig will der OZIV zusammen mit dem Schwarznasenverband bei der Gemeinde Visp für verbesserte Sanitäreinrichtungen vorstellig werden. Neu soll die organisierende Genossenschaft von der Beitragszahlung zur Schau befreit sein.
Staldenried als Organisator der Delegiertenversammlung ist 2012 auch zuständig für das Vorführen der Tiere am Bockmarkt und am Comptoir in Martinach.
Die Resultate der Blutentnahme liegen gemäss Präsident Schnydrig noch nicht vollständig vor. Es sei richtig, dass in fünf Ställen neun Ziegen CAE-positiv waren. Diese wurden getötet, die Betriebe sind für sechs Monate gesperrt. Die Tiere werden dann nochmals über Blutentnahmen getestet. Bei sieben Ziegen in 6 Ställen wurde das Virus Maedi Visna festgestellt. In diesen Fällen wird die Schlachtung empfohlen, die Betriebe sind aber nicht gesperrt. Die Betriebe können das Gesuch stellen, die Tiere am Leben zu lassen. Kantonstierarzt Dr. Barras sei mit diesem Resultat sehr zufrieden. Seine Zusicherung, sich im Anschluss mit dem OZIV-Vorstand zu treffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen, liege vor. Leider blieb die Intervention von Präsident Alexander Schnydrig, die Gemeinden und Ackerbaustellenleiter einzuschalten, damit alle Tiere auch die von Kleinstbetrieben getestet werden, unbeanwortet.
Die Delegierten treffen sich am 2. Februar 2013 in Blatten/Lötschen wieder. Mit einem herzlichen Dank an die Kollegen im OZIV-Vorstand und in den Genossenschaften sowie mit den besten Wünschen für das neue Züchterjahr schliesst der Präsident um zirka 16 Uhr die Delegiertenversammlung 2012.

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