Das einzig Beständige ist der Wandel

Blatten im Lötschental war Gastgeber der Delegiertenversammlung 2013. Sie fand am 2. Februar statt. Gemeindepräsident Lukas Kalbermatten hiess die Delegierten willkommen. Er attestierte den Bergbauern viel Willenskraft und wünschte ihnen gleichzeitig Durchstehvermögen und Mut für kommende Herausforderungen, etwa im Rahmen der Agrarreform 2014 -2017. Blatten verzeichnet noch 15 aktive Bauern und bewirtschaftet sieben Alpen. Die ökologische Vernetzung und die Arrondierung sind Projekte, welchen die Gemeinde im Interesse der Bauern aktuell die nötige Aufmerksamkeit schenkt.

Passende Dekoration, schmackhaftes Menu - Angenehme Begleiterscheinungen
Passende Dekoration, schmackhaftes Menu - Angenehme Begleiterscheinungen

Präsident Alexander Schnydrig liess in seinem Jahresbericht die wichtigsten Ereignisse des Verbands nochmals aufleben, speziell die erfolgreiche Lancierung des Walliser Herbsgitzi mit einer Medienkonferenz unter Teilnahme von mehreren Hoteliers/Gastronomen aus dem Oberwallis am 25. Oktober und einer Einladung an die Bevölkerung am Wochenende vom 27./28 Oktober 2012. Als wichtige Diskussionspunkte bei der Präsidentensitzung der OZIV-Genossenschaften anfangs Dezember 2012 bezeichnet Schnydrig die neue Berechnung der Aufzuchtleistungsprüfung (ALP), die Punktierkarten für die Ortsschauen, die Euterpunktierung sowie der eventuelle Ausschluss der Genossenschaft Münster, sofern sie ihren Verpflichtungen nicht nachkommt. Der Präsident erwähnt als Neuerung aus der Informationsveranstaltung des SZZV im Dezember 2012, dass in Zukunft jeder Züchter und jede Züchterin beim SZZV Einzelmitglied werden kann und zwar mit gleichen Rechten und Pflichten wie ein Genossenschaftsmitglied. Züchterinnen und Züchter, welche keiner Genossenschaft mehr angehören müssen damit rechnen, dass ihnen der OZIV eine angemessene Entschädigung verlangt, wenn sie ihre Tiere an öffentliche Schauen/Ausstellungen und örtlichen Schauen aufführen. Dieses Recht steht überdies der Genossenschaft genauso zu.

Der amtierende Vorstand im einheitlichen Bauernhemd
Der amtierende Vorstand im einheitlichen Bauernhemd

Rosmarie Ritz informiert über die diesjährige Auffuhr der Ostergitzi für die Micarna, bzw. der Absatz über den Schlachthof Frutigen. Sie verweist auf den aktuellen Verhandlungsstand in Sachen Agrar Markthalle in Raron und skizziert die geplante Öffentlichkeitsarbeit der OLK mit einer Broschüre über die Eigenheiten der Oberwalliser Landwirtschaft und dem Auftritt am Open Air 2013 in Gampel. Sie verweist auf das geplante Vermarktungsprojekt von regionalen Produkten in Zusammenarbeit mit der Region Oberwallis, die branchenübergreifende Organisation für das Standortmarketing Wallis. Sie streift die bisherigen Leistungen der Strategischen Kommission Landwirtschaft, welche in die OLK eingebettet ist und die geplante Kontrollkoordination aller öffentlich-rechtlichen Kontrollen.

Christian Zufferey informiert über das am 2. Februar in Bern stattfindende Wintergrillfest und die Lancierung der Schweizer Geissbratwurst durch den SZZV. Er präsentiert das Logo, welches von den Züchtern für Geissspezialitäten eingesetzt werden kann. Das Logo kann für ein bescheidenes Entgelt beim SZZV angefordert werden. Zufferey ist froh, dass nach harten und zähen Verhandlungen doch noch ein akzeptabler Preis für Schlacht-Gitzi erreicht werden konnte.

Der Schweizerische Präsident Andreas Michel überbrachte die Grüsse des SZZV.
Der Schweizerische Präsident Andreas Michel überbrachte die Grüsse des SZZV.

Andreas Michel, der Präsident des SZZV verwies auf die Revision der Tierzuchtverordnung, welche im besonderen Kleinviehzüchter in Bedrängnis bringt. Auch der SZZV ist stark von Bundesbeiträgen abhängig und muss nun einen Eigenfinanzierungsgrad von mindestens 20% zu erreichen versuchen. Eine erfreuliche Erleichterung dürfte das neue Herdenbuch darstellen, welches den Züchtern einen Zugang über Internet bietet. Michel berichtet, dass der Verband 2013 in die Gebäude von Swiss Herdbook einziehen wird und dass die obligatorische Mitgliedschaft beim BGK aufgehoben werden soll. Die Direktmitgliedschaft ist eine Bedingung der neuen Tierzuchtverordnung, welcher die DV noch zustimmen muss. Mit diesen Neuerungen soll keinesfalls an der Wichtigkeit der Zuchtbuchführer gerüttelt werden.

Die Genossenschaft Lötschental heisst die Delegierten willkommen.
Die Genossenschaft Lötschental heisst die Delegierten willkommen.

Georges Schnydrig informiert über die Aufgaben der Strategischen Kommission Landwirtschaft. Sie hat im vergangenen Jahr mit dem Projekt Wanderbehirtung viel zur Beruhigung der Situation beigetragen. Sie will sich auch auf politischer Ebene engagieren, um die Lockerung des Wolfsschutzes, bzw. einen besseren Schutz des Kleinviehs zu erwirken. Auch bei der Umsetzung der Agrarreform im Kanton will sie helfen, die aktuellen Nebenerwerbsstrukturen zu schützen.
Armin Andenmatten zeigt das Verhältnis der Milchziegen auf. Im Oberwallis gibt es 80 Ziegenzüchter, nur 6 davon sind Milchproduzenten. Entsprechend verzichtet er auf die Berichterstattung zur Milchleistungsprüfung und verweist über deren Berichterstattung in der Dezemberausgabe des Forums.

Für Bergbauern ist Handarbeit an der Tagesordnung
Für Bergbauern ist Handarbeit an der Tagesordnung

Nächstes wichtiges Datum ist der Bockmarkt vom 13. April in Naters. Die Ortsschauen sind im Veranstaltungskalender zu finden. Am 9. November sind die Züchterfamilien und das interessierte Publikum zur alle zwei Jahre stattfindenen Leistungsschau eingeladen.
Präsident Schnydrig informiert, dass 2012 inklusive Böcke 5579 Ziegen kontrolliert wurden. Dabei wurden 15 CAE-Tiere festgestellt, welche sofort eliminiert wurden. 31 Tiere wiesen den Maedi Visna Virus auf. Diese können am Leben bleiben, sofern der Besitzer ein entsprechendes Gesuch an den Kantonalen Veterinärdienst stellt. Im Wissen um die Auswirkungen eines positiven Bockes sprachen sich 39 Delegierte für eine jährliche Blutentnahme aus, zumal diese vom Kanton bezahlt wird. Nur 6 Delegierte zogen eine Blutkontrolle alle vier Jahr vor. Die nächste Blutkontrolle bei Böcken wird als im Herbst 2013 durchgeführt.
In der anschliessenden Diskussion um die Organisation der Leistungsschau stand der Antrag von Glis und Staldenried zur Diskussion: Der Vorstand des OZIV organisiert die Halle, Tische, Bänke und Bühne und erhält dafür 500 Franken. Der Gewinn bleibt aber bei den organisierenden Genossenschaften. Kleine Genossenschaften müssen Leute anstellen und bezahlen, so belastet die Organisation der Leistungsschau die Genossenschaftskasse, auch wenn wie bisher 2 kleine Genossenschaften die Organisation gemeinsam bestreiten. 42 Delegierte wollen die Organisation wie bisher weiterführen, nur fünf Delegierte stimmen für den Antrag von Staldenried und Glis.
Die Delegierten beschliessen zudem den Ausschluss der Genossenschaft Münster, welche den Beitrag an die Leistungsschau nicht bezahlt hat.

Raoul Zenklusen ehrt die Züchter der Maximumböcke vom vergangenen Jahr mit einer Glocke.
Raoul Zenklusen ehrt die Züchter der Maximumböcke vom vergangenen Jahr mit einer Glocke.

Moritz Schwery, der Leiter des Landwirtschaftszentrums in Visp informiert die Delegierten über die bereits bekannten Beschlüsse der Agrarreform 2014-2017 und deren Auswirkungen für die Ziegenzüchter und auf die Direktzahlungen. Wegen der noch zu bereinigenden Differenzen zwischen National- und Ständerat ist die Vernehmlassung der Verordnungen mit Weisungen erst ab April zu erwarten. Zentrale Elemente sind das Ende der Tierbeiträge, also die Umlagerung der Direktzahlungen auf die Fläche, die Förderung der Alpbewirtschaftung, auch über einen Alpungsbeitrag an den Talbetrieb. Die Erhöhung der Hangbeiträge und die Schaffung einer neuen Kategorie für Flächen mit Hangneigung über 50%. Die indirekte Erhöhung der SAK-Grösse durch die Anpassung der einzelnen Faktoren. Vorläufig nicht gerüttelt wird an der Ausnahme der Ausbildung für das Berggebiet, auch bleiben die Direktzahlungen für LN in bisherigen Bauzonen erhalten. Die RAUS- und BTS-Beiträge gehören zu den Tierbeiträgen, welche auch in Zukunft noch ausgerichtet werden. Die kantonale Dienststelle hat einen Plan erarbeitet, wie die neuen Biodiversitätsbeiträge und Landschaftsqualitätsbeiträge zu holen sind. Im Frühjahr 2013 wird die Betriebsberatung in mehreren dezentralen Veranstaltungen die Bauern informieren.

Was die Agrarreform dem einzelnen Züchter beschert, wird erst nach Vorliegen der Weisungen im Frühsommer 2013  bekannt.
Was die Agrarreform dem einzelnen Züchter beschert, wird erst nach Vorliegen der Weisungen im Frühsommer 2013 bekannt.

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