Die Geschichte des OZIV

Die frühere Genossenschaft Ausserberg existierte ab 1927. 1950 wurde in Naters die erste der heute noch existierenden Ziegenzuchtgenossenschaften gegründet. Damals zählte man im ganzen Kanton nur 400 bis 500 Schwarzhalsziegen.Bis 1979 wuchs die Zahl der Ziegenzuchtgenossenschaften auf 11 an. 131 Züchter hielten 763 Herdebuchtiere.
In einer ersten Versammlung am 19. Mai 1979 stellten die Anwesenden fest, dass ein Verband vor allem die Möglichkeiten habe, die Interessen der Züchter hinsichtlich Züchtung, Zuchtziel, Herdebuch, Beratung, Gesundheitsdienst, Verkauf, Vermarktung und vielem mehr zu vertreten. Simon Fercher, Ernst Roten und Hubert Schmid erarbeiteten einen Statuten- Entwurf. Dieser wurde am 15. September wurde beraten, und bereits eine gute Woche später, am Montag, dem 24. September 1979, konnte der Oberwalliser Ziegenzuchtverband in der Aula der landwirtschaftlichen Schule in Visp gegründet werden. Die damaligen Genossenschaften Ausserberg, Bratsch, Glis, Mund, Naters, Ried-Brig, Staldenried und St.Niklaus, sowie Randa, Raron-Niedergesteln und Unterems, und die Zuchtstation in Ried-Mörel unterzeichneten die Statuten. Letztere vier wurden inzwischen aufgelöst oder sind nicht mehr dem OZIV angeschlossen.
In den folgenden Jahren wurden weitere Genossenschaften in den OZIV aufgenommen, namentlich die Genossenschaft Visperterminen (1982), 1983 die Genossenschaften Saas-Fee und Randa-Gemsfarbige, 1990 die Genossenschaften Törbel und Münster und Umgebung, 1996 die Genossenschaft Lötschen, und schliesslich 1997 erneut die Genossenschaft Saas-Fee, welche zwischenzeitlich kurzfristig aufgelöst oder nicht mehr dem OZIV angeschlossen war. Saas-Fee wurde inzwischen in die Genossenschaft Zermatt umbenannt und die Genossenschaft Ried-Brig nennt sich seit den 1990er Jahren Brigerberg. 2004 sind 13 Genossenschaften dem OZIV angeschlossen, heute sind es 15 Genossenschaften.
Die erste Delegiertenversammlung fand am 16. März 1980 in Naters statt. Unter dem Vorsitz des ersten Präsidenten, Hubert Schmid von Ausserberg, wurde an jener Versammlung einstimmig der Beitritt zum Schweizerischen Ziegenzuchtverband (SZZV) beschlossen. Ebenfalls wurde beschlossen, alljährlich eine „Bockschau" (heute „Bockmarkt") durchzuführen. Die erste Bockschau fand allerdings erst ein Jahr später, am 25. März 1981 auf dem Parkplatz Rhonesand-Parkplatz statt. Der jährliche Treffpunkt für die Oberwalliser Schwarzhalsziegen-Züchter wurde zur Tradition. 70 Böcke wurden an jenem erstem Bockmarkt aufgeführt. Ein Jahr später, 1982, waren es bereits 90 und inzwischen werden jährlich um die 100 Böcke aufgeführt, um von den Experten beurteilt und mitunter veräussert zu werden. 1998 wurde der Bockmarkt von Brig nach Naters verlegt.

 

Der Bockmarkt gilt als Höhepunkt im Ziegenjahr
Der Bockmarkt gilt als Höhepunkt im Ziegenjahr

An der Delegiertenversammlung 1984 wurde erstmals ein Rassenziel für die Schwarzhalsziege definiert, welches lautete: Schönheit, langes Haar, guter Körperbau, Milch und Fleisch.1986 organisierte der OZIV erstmals eine Delegiertenversammlung des SZZV im Oberwallis. 1987 nahm der OZIV am Umzug des Eidgenössischen Jodlerfestes in Brig teil und gewann den dritten Rang unter den 80 bewerteten Umzugs-Sujets.
1989 wurde das Sanierungsprogramm zur Bekämpfung der Ziegenarthritis ausgearbeitet. Rund 80 Prozent der Ziegen im Wallis waren vom CAE-Virus befallen. Schon nach einem Jahr wurde das Konzept vorgestellt. In der Folge wurden sämtliche Ziegenausstellungen gesperrt, auch der Bockmarkt. Ab 1991 gab es erste Alpen, die nur noch von CAE-negativen Tieren bestossen werden konnten. Jede mögliche Ansteckung musste vermieden werden. Erfreulicherweise konnten innert drei Jahren fast alle Betriebe vom lästigen Virus befreit werden. Insgesamt wurden in den Jahren 1990 - 1993 etwa 3500 Tiere ausgemerzt.
1990 wurden die Genossenschaft Törbel sowie Münster und Umgebung in den OZIV aufgenommen. Mitte der 90er Jahre kamen die neuen Genossenschaft Lötschen und Saas-Fee dazu.
1996 fand die erste Leistungsschau des OZIV statt. Im gleichen Jahr war das Wallis Ehrengast an der Olma in St. Gallen. Auch zehn Schwarzhalsziegen präsentierten sich.
1999 wurde die Aufzuchtsleistungsprüfung (ALP) oder im Volksmund das „Gitziwägen" eingeführt. Als Alternative stand nur noch der 150-Tage-Abschluss zur Verfügung, während es den 100-Tage-Abschluss, nicht mehr gibt. Einerseits eine nützliche Alternative für die Schwarzhalsziegen-Züchter im Oberwallis. Anderseits verlor die Rasse dadurch den Status einer „Milchziege" was sich in der Berechnung der Bundesbeiträge auswirkt. Statt dass wie bisher 5 Ziegen eine GVE (Grossvieheinheit) bildeten, sind es nun 6, genauso wie bei den Schafen.
2001 kam ein neues Programm auf die Züchter zu. Dass die Schwarzhalsziege immer noch zu den gefährdeten Rassen zähle, wurde auch von der Herdebuchstelle, bzw. vom Bund gehört. In der Schweiz zählen nebst der Schwarzhalsziege auch die Rassen der Appenzeller-, der Pfauen-, der Nera-Verzasca- und der Bündner Strahlenziege zu den gefährdeten Rassen zählen. Mit etwas mehr als 2000 Herdebuchtieren fällt bei der Schwarzhalsziege jedoch auf, dass teilweise ein recht hoher Inzuchtgrad vorliegt. Um diesem Umstand, der längerfristig den Erhalt der Rasse gefährden könnte, entgegenzuwirken, stellt die Herdebuchstelle in Bern, jetzt CAPROVIS DATA AG genannt, interessierten Züchtern eine Liste zur Verfügung, aus der zu jeder Paarung der Inzuchtgrad abgelesen werden kann.
Dem OZIV sind nicht nur die Schwarzhalsziegenzüchter angeschlossen, sondern auch die Saanenziegen und die gemsfarbenen Gebirgsziege. Wenn auch alle Ziegenrassen willkommen sind, so liegen die Walliser Schwarzhalsziegen, die hier beheimatet sind und die nach wie vor vorwiegend von Oberwallisern gezüchtet werden, dem OZIV weiterhin besonders am Herzen.

 

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